BRANCHENLÖSUNG

GETRÄNKEINDUSTRIE

Abwasserbehandlung und Wiederverwertung in der Getränkeindustrie

Was haben Brauereien, Weinkeltereien und Destillerien gemeinsam? Gut – sie alle produzieren Alkohol. Und: Sie liegen meist außerhalb geschlossener Ortschaften. So ein Weinberg passt eben nicht mitten in die Großstadt und die Landschaft um Rhein und Mosel wäre um einiges ärmer, wenn die romantischen Reben von Fabriken oder Hochhäusern erdrückt würden. Gerade kleinere Dörfer, die vom Tourismus leben, verdanken ihren Erfolg vor allem den hervorragenden Weinen der Region. Bei aller Romantik und Liebe zur unberührten Landschaft ergibt sich hier aber ein Problem. Denn eine Brauerei oder eine Weinkelterei, die weit ab vom Schuss liegt, ist meist nicht an die öffentliche Abwasserentsorgung angeschlossen, ist also ein Direkteinleiter. Das Abwasser, das beim Brauen oder Keltern entsteht, muss also dezentral entsorgt werden. Die gute Nachricht: Auch für dieses Problem gibt es eine Lösung. Die meisten Abwässer aus der Getränkeindustrie sind biologisch abbaubar. Als einer der führenden Spezialisten für die dezentrale und semizentrale Abwasserbehandlung mit biologischen Verfahren unterstützt ATB WATER daher zahlreiche Brauereien, Weinkellereien und Destillerien bei der Behandlung ihrer Abwässer. Dabei setzen wir unter anderem auf das sogenannte SBR-Verfahren (Sequenzing Batch Reactor) für die sequenzielle biologische Reinigung.

In unserem Praxisbericht Gastbrauhaus können Sie sich einen ersten Eindruck über unsere vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten im Bereich der Klärtechnik verschaffen. Auch für Ihre Anforderungen finden wir garantiert die passende Lösung.

 

Praxisbericht Getränkeindustrie

Das heilende Wasser von St. Leonhard

Die kleine Kapelle St. Leonhard und der dazugehörige Brunnen verschwinden beinahe zwischen den Türmen grüner Getränkekisten inmitten des kleinen Wäldchens in der Umgebung des bayerischen Stefanskirchen; aufgrund der steigenden Nachfrage und der immer höher werdenden Kistentürme reicht die Kapazität hier aber schon längst nicht mehr. - Doch die neue Produktionsstätte mit einer vielfachen Produktionskapazität ist bereits kurz vor dem Bezug – in unmittelbarer Nähe zum alten Betrieb, zur Kapelle und natürlich zur Quelle mit dem heilenden Wasser. In einem einzigen Gebäude wird hier in Zukunft sowohl die Verwaltung als auch die gesamte Produktion untergebracht: die Abfüllanlage, die automatische Reinigung der Glasflaschen und natürlich die Reinigung des anfallenden Abwassers – mit einer mehrstufigen AQUAMAX ® XL-Kläranlage. - Wir waren dabei, als die Anlage installiert, getestet und in Betrieb genommen wurde.

Die Aufbereitung des Wassers vom Fuße der bayrischen Alpen gehört seit jeher zum alltäglichen Handwerk der Leonhardsquelle, aber die Behandlung der Abwässer war Neuland für die Techniker!

Folglich wurde nach einem kompetenten Partner gesucht. Die ausführende Baufirma ging also zu seinen Nachbarn, der bwu Unterholzner GmbH; es war bekannt, dass dieses Unternehmen als Vertriebspartner der ATB mit dem AQUAMAX ® weiterhelfen konnte. Im Rahmen der abwassertechnischen Projektierung und dem Verfahren zur Erlangung der wasserrechtlichen Erlaubnis wurde dann das ortsansässige Ingenieurbüro Stief damit beauftragt, eine Lösung des Abwasserproblems zu finden. In der ersten Phase des Projektes musste zunächst eine Bestandsaufnahme durchgeführt werden. Schließlich fallen im Betrieb ganzjährig drei verschiedene Abwasserströme an, die von der zu konzipierenden Kläranlage bewältigt werden mussten: 

  • Die Fäkalabwässer der Angestellten im Büro (Verwaltung) und die Abwässer aus dem Sozialgebäude des Betriebes – zusammen 8 EW.
  • 3 m3 Abwasser am Tag aus der Rückspülung der Enteisenung. Das Quellwasser ist stark eisenhaltig und muss vor der Aufbereitung durch einen Ionentauscher geführt werden. Die anfallenden Eisenflocken werden durch Rückspülen des Ionentauschers entfernt und in einem trichterförmigen Absetzbecken aufgefangen. Diese abgesetzten Eisenrückstände werden dann separat entsorgt. 
  • Den Hauptabwasserstrom liefert die Flaschen- und Kisten-Waschanlage. Hierbei fallen am Tag ca. 144 m3 Wasser an, der Spitzenwert beträgt 6m3 pro Stunde. Die hierbei anfallenden Abwässer haben einen sehr stark schwankenden pH-Wert und müssen im Zuge der Pufferung vorweg in einen moderaten Bereich gebracht werden.

Entsprechend der anfallenden Schmutzfrachten wurde die Anlagengröße bemessen und schließlich für 180 EW ausgelegt. Zum Einsatz kam ein AQUAMAX® XLS-2 180. Es handelt sich dabei um keine konventionelle AQUAMAX® XL Anlage. Warum? Zum Beispiel wird der
Hauptstrom des Abwassers in ein Pufferbecken geleitet. Hier wird mittels Zugabe von gasförmigem Kohlendioxid (CO2) abgepuffert und neutralisiert. Um eine Homogenisierung und gleichmäßige Neutralisation zu erreichen, wurden zusätzliche Rührwerke integriert. Aus diesem Puffer wird das Wasser dann mittels Beschickungspumpen in die beiden SBR-Becken gefördert. Jedes dieser Becken fasst etwa 40 m3. Der Überschussschlamm wird in einen separaten Schlammspeicher gepumpt und dort eingedickt. Das gereinigte Wasser wird in einen
Vorfluter, den Inn, eingeleitet. Hierbei gab es bezüglich der Einleitung seitens der Behörden strikte Auflagen. Die Abwassermengen werden über ein Drosselbauwerk auf einen Wert von maximal 2 l/s reduziert. 

 

Die Betriebssicherheit der ganzen Anlage war und ist einer der wichtigsten Aspekte bei der Konzeption der Anlage. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, mussten natürlich einige zusätzliche Komponenten in die Anlage integriert werden, die weit über dem üblichen, standardmäßigen Lieferumfang der AQUAMAX ® XL Anlagen liegen. Zum einen wurde in das Pufferbecken eine Online-pH-Messung integriert, um die Neutralisation zu regeln; gerade weil der pH-Wert im Bezug auf die Betriebssicherheit und die Stabilität der Biomasse einen sehr großen Einfluss hat. Diese pH-Messung und natürlich die
zusätzlichen Rührwerke mussten noch in den Schaltschrank integriert werden. Darüber hinaus forderte der Betreiber eine Visualisierung der ganzen Anlage, um den ganzen Prozess der Abwasserreinigung besser beobachten zu können. Dies wurde durch eine eigens für diesen Anwendungsfall geschriebene Software realisiert. Parallel mit dem Umzug des Betriebes wurde mit dem Bau der Kläranlage begonnen. 

Die Inbetriebnahme erfolgte schließlich Mitte November 2003

 

Das St. Leonhards-Projekt auf einen Blick

Bauherr: St. Leonhardsquelle GmbH

Projektleitung: Ingenieurbüro Stief

Ausführungen: Kläranlagentechnik ATB Water GmbH / Einbau: bwu Unterholzer GmbH und Otto Zach Elektroanlagenbau

Besonderheiten: pH-Stabilisierrung um vorgeschalteten Pufferbecken; Visualisierung der Prozesse auf dem Steuerschrank

Kosten der Anlagentechnik: ca. 40.000 €

Inbetriebnahme: November 2003 

Reinigungsleistung: CSB < 150 mg/l / BSB5 < 40 mg/l 

Unser digitales Whitepaper

Hier erfahren Sie alles über die Abwasserbehandlung und Wiederverwertung in der Getränkeindustrie. Ein besonderer Fokus liegt auf den Brauereien, Weinkellereien und Destillerien. Dabei spielt das wachsende Umweltbewusstsein der deutschen Brauereien, Winzer und Destillateure eine große Rolle. Eine Folge ist, dass viele Getränkehersteller auf umweltfreundliche Verpackungen setzen, ihre Logistik nachhaltiger gestalten und sich auch mit dem Thema Abwasserentsorgung und Wiederverwertung intensiver auseinandersetzen. Gerade der letzte Punkt bietet eine Menge Potenzial für eine umweltfreundliche Firmenpolitik. Gehören auch Sie dazu und helfen uns, unsere Vision weiter voranzutreiben. 

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