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KOMMUNALE EINRICHTUNGEN

Abwasserbehandlung und Wiederverwertung für Kommunen und kommunale Einrichtungen

Ob kleine Dörfer, Stadtteile oder kommunale Einrichtungen wie Schulen oder andere öffentliche Einrichtungen – Unsere SBR-Kläranlagen sind genau dort zu Hause. Passgenau auf Ihre speziellen Herausforderungen ausgelegt. Flexibel im Betrieb, sicher in den Ablaufwerten und natürlich einfach erweiterbar. Unsere Fernüberwachung unterstützt die Betriebssicherheit zusätzlich. Auch bei überlasteten Kläranlagen und Kanalsystemen Ihrer Stadt können unsere Anlagen Abhilfe schaffen.

AQUAMAX®: für jeden Anwendungsbereich die optimale Kleinkläranlage

In diesem Video erfahrt ihr alles über die Kläranlagensysteme für häusliches Abwasser. In  Städten werden häusliche, aber auch gewerbliche und industrielle Abwässer im Allgemeinen in der Kanalisation gesammelt und zentral in einem Klärwerk behandelt. Im ländlichen Raum ist die häusliche Abwasserentsorgung durch eine Kleinkläranlage oft wirtschaftlicher als ein zentraler Anschluss.
 
Ganz gleich ob Mehrkammergruben oder Mehrbehälteranlagen, ob aus Beton oder Kunststoff, ob für Einzel­- oder Gruppenlösungen: Der AQUAMAX ® ist für jeden Anwendungsbereich die optimale Kleinkläranlage – effektiv, innovativ und zukunftssicher. Bis zu 99% Reinigungsleistung in nur 8 Stunden!

Praxisbericht Hochschule

Der Zauber von Indien

Es ist glühend heiß. Luftfeuchtigkeit: annähernd 100%. Noch immer spüre ich den nach Blei schmeckenden Staub der Straße auf der Zunge, als ich am ersten Tag in Chennai, dem ehemaligen Madras, über die Straße laufe, um das Auto zu besteigen, das mich zu meinem eigentlichen Reiseziel befördern soll. Ich spüre noch immer das beißende Kribbeln in meiner Nase, als ich – Stunden später und 40 Kilometer weiter – mitten im Örtchen Kancheepuram das Auto wieder verlasse. Die letzten paar hundert Meter bis zum Ziel will ich zu Fuß zurücklegen. Will begreifen, wo ich bin. Will, wie bei jeder Reise eigentlich, das ganze Land, den ganzen riesigen Subkontinent mit über einer Milliarde Menschen auf einmal in mich aufsaugen. Meine beiden Begleiter, Sanjib und Singaram vom indischen ATB-Partner Mother Indus Aqua Solutions, lassen mich. Obwohl mir ihr verständnisloser Blick ganz deutlich sagt „Vergiss es!“

Die Hitze macht einen fertig. Auf einen Schlag. Und sie multipliziert in der Wahrnehmung, was besser dividiert werden sollte: den Lärm der unzähligen Mopeds, den Gestank der Müllberge, die sich am Straßenrand türmen, die vielen nackten Füße, die – armselig und geschunden – sicher noch nie ein paar Schuhe ihr Eigen nennen durften.

An einer Baustelle sehe ich in farbenfrohe Saris gekleidete Inderinnen, die, angetrieben von einem Vorarbeiter, auf ihren Köpfen bleischwere Sand- , Speis- und Backsteinberge bis zum nächsten Befehlshaber balancieren. Und schon der nächste Müllberg: In der Hoffnung auf reiche Beute versinkt eine Horde Kühe ihre Nüstern im üblen Morast. Mittendrin wieder ein bunter Sari – diesmal auf der Suche nach irgendetwas. Hier scheinen viele auf der Suche. Und sei es nach gutem Karma. Incredible India. Weiter. Einige Kühe später und um prägnante Wahrnehmungen reicher offenbart sich mir wie aus dem Nichts ein großer weißer Torbogen, ähnlich denen der Maharaja-Paläste aus den Monumental-Schinken „Der Tiger von Eschnapur“ oder „Das indische Grabmal“. Die über dem Palastbogen angebrachte Schrift lässt mich wissen, dass ich angekommen bin: SRM Institute for Science and Technology. 

Und: dass Indien alle Gegensätze in sich vereint, dass das Paradies hier direkt neben dem Fegefeuer liegen kann. „Für jede einzelne Erkenntnis, zu der man über dieses riesige und komplizierte Land kommt, kann immer auch das Gegenteil zutreffen“ meinte schon Joan Robinson von der Universität Cambridge zu diesem Phänomen. Incredible India. Hinter dem Torbogen beginnt, was die westliche Welt eigentlich nur unter dem Synonym „Bangalore“ kennt: die Intelligenz Indiens. Enorm motivierte junge Menschen, meistens aus der – immerhin zwischen 200 und 300 Millionen Menschen zählenden – Mittelschicht, lernen an den 162 Universitäten, 32 Universitäts-äquivalenten Einrichtungen und 10 Institutionen von nationaler Bedeutung den indischen Aufschwung mitzugestalten. In dieser Uni zum Beispiel gibt es Fakultäten für alle Formen der Naturwissenschaften, des Ingenieurwesens und der Wirtschaft. Und: der Medizin. Kein Wunder, dass die erste AQUAMAX®-Kläranlage in Indien ausgerechnet hier installiert wurde. Schließlich gehen Bildung und Umweltbewusstsein einher, sagt man. „This is the wrong way“ heißt es, als ich auf dem Campus nachfrage, wo es denn zur Kläranlage geht. In seinem besten Indian English, das aber kaum für meine Ohren gemacht ist, erklärt mir ein älterer Herr umständlich, dass ich außen herumgehen müsse: zurück durch den weißen Torbogen, dann rechts, nächste Straße wieder rechts und dann immer gerade aus. Die Straße entpuppt sich als Sandweg, der Sandweg als Falle: Trete nie in eine indische Pfütze, sie könnte einen Meter tief sein. Und die Hose bis zur Hüfte versaut. Links jetzt wieder eine Baustelle mit sich abrackernden Frauen, rechts wieder Berge von Müll, diesmal mit darin spielenden Kindern. Dahinter eine Siedlung aus einfachen Hütten, zusammengeschustert aus Holzpflöcken und getrockneten Palmenblättern; hier leben die Bauarbeiter mit ihren Familien, wie ich später erfahre. Vor einem vielstöckigen Rohbau am Ende des Sandwegs erkenne ich meine mir panisch zuwinkenden Begleiter. Anscheinend habe ich länger gebraucht, als ich sollte. Mein Wille, Indien auf einen Schlag kennenzulernen, hat die Falten in ihren Gesichtern wohl etwas tiefer getrieben und den Ausdruck in ihren Augen getrübt. Dennoch freundlich: „Do you like India?“. „Yes, I do. It’s incredible!“ Außerhalb der Monsunzeit, also zwischen Januar und September, gerät die Wasserversorgung in dieser Gegend wohl regelmäßig ins Stocken; nur geringe Niederschläge und hohe Temperaturen lassen dabei oftmals nicht nur die Pflanzenwelt zum Erliegen kommen. Die SRM-Universität, ein privates Institut mit – für indische Verhältnisse – nicht geringen Studiengebühren, wollte sich dagegen feien und auch in trockenen Zeiten nicht auf Blütenpracht und saftig-grünen Rasen verzichten. Nur: Praktikable Konzepte dafür sind rar. Weltweit.

Das mit der Aufgabe betraute Unternehmen Mother Indus Aqua Solutions aus Chennai wurde fündig: 

In Zusammenarbeit mit ATB errichtete das Unternehmen im Jahr 2006 auf dem Campus der Universität eine Pilotanlage, die als Lösung der Wasserprobleme Indiens Beispielcharakter bekommen soll. Die Anlage, ein AQUAMAX ® XXLS1-600, reinigt täglich bis zu 90 Kubikmeter Abwasser, das nach der Behandlung in einem Zwischenbehälter mit einem Volumen von rund 60 Kubikmetern „zwischengelagert“ wird. Eine AQUAMAX ® BLUE-UV-Hygienisierung mit einem Durchlaufvolumen von 10 Kubikmetern pro Stunde hygienisiert dieses zwischengelagerte Wasser kontinuierlich im Circle-Betrieb. Wird das Wasser nun für die Bewässerung der umfangreichen Garten- und Grünflächen entnommen, wird es während der Ausgabe abermals hygienisiert. - Ein Konzept, das aufgeht, wie sowohl die tägliche Praxis als auch kontinuierliche Untersuchungen der Ablaufwerte durch unabhängige Labors beweisen. 

Im hinduistischen Kapaleeshwarar-Tempel spielt das Thema, das Wasser Indiens, eine große Rolle: Es gilt als Urquelle des Lebens und bringt die Seelen letztendlich zum Ort des ewigen Lebens. Dazwischen scheint der Umgang mit Wasser aber eher pragmatisch: Auch Inder kochen und waschen sich nur mit Wasser. Und trinken es. Allerdings wesentlich weniger, als der größte Teil der restlichen Welt: Der Pro-Kopf-Verbrauch an Trinkwasser liegt hier bei rund 25 Litern pro Tag. Zum Vergleich: Der US-Amerikaner benötigt rund 380 Liter und der Deutsche immerhin noch rund 126 Liter pro Tag.

Doch der Wirtschafts-Boom gönnt den Indern auch dieses Wenige nicht wirklich:


Der Grundwasserspiegel sinkt durch die Industrialisierung rapide, Brunnen trocknen aus und das, was schließlich noch an kostbarem Nass übrig bleibt, ist oftmals gar nicht mehr so kostbar, da extrem belastet und verunreinigt. Verunreinigt unter anderem dadurch, dass über 80% der Bevölkerung ihre wichtigsten Geschäfte ohne Zugang zu sanitären Einrichtungen erledigen müssen. 800 Millionen Menschen! Erhebungen sagen außerdem, dass nur etwa ein Fünftel der gesamten Abwässer – zumindest in Städten ab 50.000 Einwohnern – in Kanalsystemen erfasst und irgend einer Form der Abwasserbehandlung zugeführt werden. Die Besichtigung einer kommunalen Kläranlage ist erschreckend: Kolonial-antiquierte Technik und Ignoranz vervollständigen die ohnehin schon viel zu lange Aufgabenliste der Reformwilligen. Rund 370 Millionen Menschen in diesem Land haben keinen Zugang zu “sicherem” Wasser, schrieb India Today vor noch gar nicht so langer Zeit.

Sicher, es ist viel zu tun! Aber ein Anfang ist gemacht: Verantwortliche im ganzen Land sind hellhörig und beginnen zu handeln, Regierungsstellen und Behörden sind auf den AQUAMAX ® mit nachgeschalteter UV-Hygienisierung aufmerksam geworden, die breitflächige Dezentralisierung der Abwasserreinigung wird diskutiert, die Wiederverwendung des Abwassers erscheint ökologisch und ökonomisch als ratsam.

Das Hochschul-Projekt auf einen Blick

Bauherr: SRM Institute for Science and Technology

Projektleitung & Ausführung: MOTHER INDUS AQUA SOLUTIONS, Chennai/Indien

Anlagentechnik: ATB Water GmbH

Anlagengröße: AQUAMAX® XXLS1-600 für 600 EW bzw. 90 m3 /Tag und AQUAMAX® BLUE UV-Hygienisierung für 10 m3 /h

Inbetriebnahme: 2006

Geforderte Reinigungsleistung: CSB < 100 mg/l / BSB5 < 30 mg/l / AFS < 30 mg/l

Ablaufwerte: CSB < 48 mg/l / BSB5 < 6 mg/l / AFS < 20 mg/l

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